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SCHIMMELPILZE
AM DACHSTUHL


Holzwurmbefall in Kirchen und Orgeln?

Hier kann Ihnen geholfen werden

MYKOTHEK

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Schimmelpilze in Kirchen und Orgeln


Was sind Schimmelpilze eigentlich genau?
"Schimmelpilze" ist ein Sammelbegriff für Mikroorganismen, die typische Pilzfäden und Sporen ausbilden können und dadurch mit bloßem Auge als Schimmelbelag (oft farbige dunkle Flecken - meist schwarz, dunkelbraun oder grün) sichtbar werden. Schimmelpilze sind ein Bestandteil unseres täglichen Lebens. Sie sind allgegenwärtig und in geringen Mengen harmlos. kirchen-orgeln1Ihre Sporen finden sich überall in der Luft. Übersteigt allerdings eine Schimmelpilzkonzentration ein bestimmtes Maß in einem Raum, so kann es zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen für den Menschen kommen. In Kirchen halten sich Menschen nur temporär auf und Kirchen dienen nicht zu Wohnzwecken. Die „Einwirkzeit“ der Schimmelpilze ist somit eher kurz. Bis jetzt gibt es aber noch keine validierte „Dosis-Wirkung“-Beziehung. Salopp ausgedrückt: „Wie viele und welche Pilze oder Pilzcocktails müssen wie lange auf mich einwirken bevor ich krank werde?“ Die gesundheitlichen Auswirkungen der Pilze sind überwiegend abhängig von der Anzahl der Sporen, der sporenproduzierenden Schimmelpilzart und der individuellen Disposition des Menschen. Die so entstehenden Beziehungen sind schwer quantifizierbar.

Wo wachsen Schimmelpilze in Kirchen?
In Kircheninnenräumen und besonders in Orgeln siedeln sich zunehmend Schimmelpilze an. Vor allem energetische Sanierungen und neue dichtere Fenster führen zu einem geringerem Luftwechsel in Kirchenräumen und damit zu einer höheren Luftfeuchte.  Durch hohe Energiekosten und Sparmaßnahmen werden Kirchenräume außerdem nur noch zu Gottesdiensten beheizt. Und nach dem Gottesdienst findet kein ausreichendes Lüften der Kirche mehr statt. Das Ausatmen feuchter Luft von Gottesdienstbesuchern (ca. 30-50 g/Person und Stunde)  und ihre oft mitgebrachte Feuchte (Regen- und Schnee-nasse Kleidung) tun ein Übriges. Die oberflächennahen Materialfeuchten reichen aus, um Schimmelpilzwachstum zu ermöglichen. Schimmelpilze wachsen bevorzugt an wenig lichtexponierten Stellen im Kircheninnenraum. Dies sind oft die Unterseiten von Emporen, Altäre und vor allem das Innere von Orgeln.  Schimmelpilze besiedeln alle Materialien, also Holz, Wandmalereien,  Lederabdeckungen und sogar Putze und vor allem wenn dort verwertbares organisches Material abgelagert ist, wie Staub. Besonders in Orgeln sind Schimmelpilze zusätzlich vor schädlichem UV-Licht geschützt. Oft ist der Schimmelpilzbewuchs dann nicht gleich auf den ersten Blick zu erkennen. Eine Inspektion oder Raumluftmessung durch uns bringt dann aber Aufschluss.

 

Warum wachsen Schimmelpilze in Kirchen?
Bei vielen Kirchen stehen im Sommer die Fenster offen. Es wird so meist zum falschen Zeitpunkt gelüftet, denn feuchtgetragene, warme Außenluft gelangt in die Kirche und kondensiert an den kalten Kircheninnenwänden. Im Winter dagegen wird vor und zum Gottesdienst der Kirchenraum für Kirchenbesucher angenehm erwärmt. Die warme Luft nimmt viel Feuchtigkeit aus der Atemluft der Besucher, aus deren feuchter Kleidung bei Regen und Schnee und aus feuchten Kirchenmauern auf. Wird die Kirchenheizung unmittelbar nach dem Gottesdienst wieder ausgeschaltet, fällt die Raumtemperatur rapide ab und die relative Luftfeuchte steigt auf 70 % und noch höher. Und an den  kältesten Stellen im Kirchenraum  kann der Taupunkt sogar unterschritten werden und Wassertröpfchen werden ausgeschieden. Die Taupunkttemperatur ist die Temperatur, bei der die in der Raumluft enthaltene Luftfeuchtigkeit an kalten Oberflächen in der Kirche kondensiert. Diese kalten Oberflächen sind z.B.  kalte Wand- und Holz- oder Metalloberflächen, wie die der Orgel. Meist wird durch Unwissenheit und Personalmangel nach kirchen-orgeln2den Gottesdiensten auch nicht ausreichend intensiv oder lange genug gelüftet. Durch all diese „Fehler“ bleibt erst Recht viel Feuchtigkeit im Kirchenraum. Manchen Schimmelpilzen reicht zum Wachstum bereits eine oberflächennahe relative Luftfeuchte (=Wasseraktivität) von ca. 65 bis 70% (=0,65 bis 0,70). Es muss nicht einmal Kondensation auftreten! Diese Schimmelpilze nennt man xerophil (trockenheitsliebend). Auf besonders so angefeuchteten und zudem noch staubigen Oberflächen (Staub ist Nahrung für Schimmelpilze) wachsen diese Schimmelpilze.


Sind Schimmelpilze gesundheitsschädlich?
Durch Sporulierung und damit Abwurf von Sporen in die Raumluft verbreiten sich die Schimmelpilze zusätzlich in der Kirche. Schimmelpilze geben auch unter bestimmten Bedingungen Mykotoxine (=Schimmelpilzgifte) und MVOCs (=flüchtige organische Verbindungen) in die Raumluft ab. Es kommt damit zur Belastung der Atemluft. Besonders Organisten sind oftmals hohen Schimmelpilzsporen-Konzentrationen ausgesetzt wenn durch Luftströmungen in der Orgel durch das Bespielen die Sporen abgelöst werden, denn die Sporenträger sind oft so ausgebildet, dass die Sporen durch nur geringen Luftzug von den Konidiophoren abgelöst werden. Vor allem die gut flugfähigen Sporen der Aspergillen und Penicillien gehören hierzu. Besonders ältere und immungeschwächte Menschen können unter Schimmelpilzen gesundheitlich leiden.

Stellt Schimmelpilz in Orgeln eine Gefahr dar?
Beim Bespielen der Orgel wird mittels Gebläse Luft, der so genannte Orgelwind, durch die Orgelpfeifen geblasen. Dieser Luftstrom löst die meist sehr gut flugfähigen Sporen der Schimmelpilze an den Oberflächen im Inneren der Orgeln ab. Mit dieser Luft werden Schimmelsporen auch aus der Orgel heraus getrieben und in der Raumluft verteilt. Vor allem Organisten und Chormitglieder sind dann höheren Schimmelpilzbelastungen ausgesetzt. Da Schimmelpilze auch Substrate, wie Holz oder Leder, abbauen und verwerten, können sie zudem materialschädigend sein. Orgelpfeifen und Metallteile in der Orgel können zudem durch von Schimmelpilzen ausgeschiedene organische Säuren korrodieren.

Schädigen Schimmelpilze Materialien?
Schimmelpilze scheiden über ihren sogenannten Sekundärstoffwechsel die unterschiedlichsten chemischen Substanzen aus. Dies sind nicht selten korrodierend wirkende organische Verbindungen, wie Säuren. Sie können eine große Gefahr für das Innere der Orgeln werden, da sie Holz, Kunststoffe und Metalle angreifen und zersetzen können. Auch Farben und Pigmente von Malereien können betroffen sein. Ohne dass es auf den ersten Blick von außen sichtbar wird, sind u.a. die Pfeifen, Windkanäle und -laden im Inneren von Schimmelpilzen besiedelt. Leime und Leder werden korrosiv angegriffen, die Leimfugen gehen invasiv auf, Leder versprödet und die Orgel wird letztendlich erheblich geschädigt.
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Wie kann dem Schimmelpilzbefall in Kirchenräumen vorgebeugt werden?
Im Sommer sollten Kirchenräume nur belüftet werden, wenn die relative Luftfeuchte der Außenluft niedriger ist als im Kirchenraum: „Also die Außenluft Muss trockener sein als die Kirchenluft“. Das kann man leicht mit Thermohygrometern feststellen. Diese sollten auch idealerweise eine Taupunktanzeige besitzen. Meist ist aber die Außenluft im Sommer feuchter als in der Kirche mit ihren relativ kalten Wänden. Gelangt diese feuchte Außenluft in die Kirche, wird es an den kältesten Stellen des Kircheninnenraums feuchter und feuchter und schließlich kann es sogar zum Tauwasserausfall (Kondensatbildung) kommen. Günstig ist es, die Wände der Kirche nicht ganz auskühlen zu lassen und eine gewisse Grundtemperatur in der Kirche zu halten. Hier haben sich auch aus energieeffizienter Sicht ca. 8-12 °C bewährt.

Was sollte man nach dem Gottesdienst tun?
Wichtig: Nach den Gottesdiensten oder Feierlichkeiten muss zusätzlich eingeschleppter Wasserdampf wieder ausreichend aus der Kirche abgelüftet werden. Günstig wäre es, die Luft im Kircheninnenraum auszutauschen. Man öffnet hierzu alle Türen und Fenster und sorgt für genügend Durchzug. Vor allem Querlüftung (also Öffnen z.B. gegenüberliegender Fenster) ist effizient. Im Winter lüftet man nur etwa 10-15 Minuten, damit Ausstattung und Wandoberflächen nicht zu stark auskühlen. Im Sommer können dagegen mehrere Luftwechsel erfolgen, was durch Lüften bis zu einer Stunde erreicht wird. Günstig wären hier die frühen Morgenstunden oder abends, wenn die Außenlufttemperatur niedriger als tagsüber ist. Im Sommer sollte man an Gewittertagen möglichst nicht lüften. Die warme Außenluft nimmt schnell die Regen-Feuchtigkeit auf und wenn sie dann in die Kirche eingelüftet wird, kann es in der Kirche an den kühleren Oberflächen (Wänden, Wandvertäfelungen etc.) zur Tauwasser- und damit zur Schimmelbildung kommen.

Wie kann man stets Klima-optimiert lüften?
Zur Bestimmung des richtigen Zeitpunktes der Belüftung sind Feuchte- und Temperaturmessungen im Innen- sowie im Außenbereich erforderlich. Doch wer macht dies schon und dazu noch regelmäßig zum richtigen Zeitpunkt?
Deshalb haben wir ein automatisches Belüftungssystem entwickelt. Es arbeitet sensor-gesteuert und automatisch, -ohne dass jemand früh morgens bei den günstigen Klimaverhältnissen aufstehen muss, um die Kirche zu lüften. Bei unserem Kirchenbelüftungssystem messen Sensoren das Innenklima, die Wandoberflächentemperatur und das Außenklima. Eine Steuerung wertet die Daten aus und aktiviert die entsprechend angeschlossenen Komponenten, z.B. Ventilator oder Fensterstellantriebe. Diese sorgen dann für die Belüftung und den notwendigen Luftaustausch zu optimalen Zeiten. Der Schimmelbildung wird so entgegengewirkt.

Wie kann man Schimmelpilz-Befall an Orgeln vermeiden?
Unsere Untersuchungen zeigen, dass an oder in Kirchenorgeln meist xerophile Schimmelpilze (z.B. aus der Aspergillus glaucus-Gruppe) wachsen. “Xerophil“ heißt „trockenheitsliebend“. Diese Pilze benötigen sehr wenig oberflächennahe Luftfeuchtigkeiten (Wasseraktivitäten), um wachsen zu können. Sie sind wahre Überlebenskünstler. Wir haben gegen Schimmelpilze in Orgeln eine Orgelbelüftungsanlage Fungojet® entwickelt, die Orgeln optimal so belüftet und klimatisiert, dass Schimmelpilzbildung ohne die Orgeln zu schädigen vermieden wird. Zusätzlich werden über einen speziellen Filter alle Sporen, Myzelbruchstücke und Konidiophoren (Sporenträger) aus der Luft herausgefiltert. Schimmelpilze können sich somit in der Orgel nicht mehr ansiedeln oder vermehren.

Wie können verschimmelte Orgeln saniert werden?
Verschimmelte Orgeln müssen meist zerlegt und gereinigt werden, um alle pilzbefallenen Bereiche zu erfassen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Orgeln vor der Reinigung gekapselt werden, um eine Ausbreitung der leicht ablösbaren Sporen und damit eine Sekundärkontamination zu verhindern. Alle Oberflächen müssen mit HEPA-Staubsaugern und Saugbürsten gereinigt oder mit emulgiertem Wasser abgewischt werden. Danach muss der Schimmel noch oxidativ deaktiviert werden. Unter Umständen ist noch ein zugelassenes Fungizid zur Vorbeugung aufzutragen. Zur Verhinderung weiteren Schimmelpilzwachstums in der Orgel empfehlen wir dann den Einbau unserer speziellen Fungojet®-Anlage. Sie belüftet die Orgel und filtert die Luft, so dass weiterer Schimmelpilzbefall vermieden wird.