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SCHIMMELPILZE
AM DACHSTUHL


Holzwurmbefall in Kirchen und Orgeln?

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Mucor spp.

Mucor spp.: Pilze aus der Gattung Mucor gehören zu den Jochpilzen (Zygomyceten). Deren Kolonien wachsen auffallend hoch und luftig-wollig. Dadurch können sie von den meisten Schimmelpilzen mit flach samtigen Wachstum unterschieden werden. Hyphen bzw. Kolonien sind hellgrau bis gelblich-grau gefärbt und können so mit anderen Zygomyceten wie Absidia oder Rhizopus verwechselt werden.

    

Zur Gattung Mucor gehören auch Mucor pusillus, Mucor plumbeus, Mucor racemosus, Mucor hiemalis. Diese Köpfchenschimmel-Arten bevorzugen eine hohe Feuchtigkeit (aw-Wert 0,93) und treten deshalb in Innenräumen auch bei Wasserschäden auf. Innenräume mit hoher Luftfeuchte sind für die Vermehrung von Mucor günstig. Auftretender Mucor-Befall an Wänden und Mauerwerk sollte umgehend beseitigt bzw. ggfs. desinfiziert werden. Mucor-Vertreter finden sich auch häufig auf Mist (Coprophilie). Die Sporen können sowohl durch die Luft als auch durch Wasser verbreitet werden. Mucor-Arten wurden auch im Hausstaub gefunden.

         

Mucor-Schimmel gedeiht im Temperaturbereich von ca. 1 bis ca. 30°C bei einem Optimum von ca. 22°C. Von Pilzen der Gattung Mucor kann eine allergene Wirkung ausgehen, wenngleich die Bildung von Mykotoxinen nicht bekannt ist. Mucor ist wie die Gattungen Absidia, Rhizomucor und Rhizopus Verursacher akuter Pilzinfektionen, den sogenannten Mucormykosen. Insbesondere bei immungeschwächten Personen können diese oft lebensbedrohlichen Infektionen auftreten. Die Pilze, wie Mucor circinelloides, gelangen über die Atemwege und den Speisetrakt in den Körper, wo sie über das Blut zu anderen Organen gelangen und diese befallen. Durch Einwachsen der Pilze in die Gefäßwände bilden sich Pseudothrombosen aus. Im fortgeschrittenen Stadium kann auch eine Ausbreitung in das Zentrale Nervensystem erfolgen. Die Infektion des menschlichen Körpers findet meist nur bei stark abwehrgeschwächten (immunsupprimierten) Patienten mit schweren Vorschädigungen (u. a. durch AIDS, Chemotherapie oder Knochenmarkstransplantation) statt, verläuft dann aber rasch fortschreitend und endet sehr häufig tödlich. Anfällig sind auch Menschen, die Zytostatika und Kortikoide einnehmen oder durch Diabetes mellitus oder Mangelernährung disponiert sind. Die Zygomykosen treten auch im Nasen- und Gesichtsbereich auf. Sie gehen einher mit einem sehr schnellen Krankheitsverlauf und starken Gewebezerstörungen bzw. Nekrosen. Die Gewebe-Zerstörung erfolgt durch die Pilze wenn sie in die Blutgefäße einwachsen und die Nährstoff- und Sauerstoffversorgung der Gewebe blockieren. Dadurch kommt es Zelltod. Gefährdete Personen sollten den Kontakt mit Abfall, Kompost und Tierexkrementen vermeiden.