• bld25.jpg
  • bld01.jpg
  • bld21.jpg
  • bld13u.jpg
  • bld10u.jpg



SCHIMMELPILZE
AM DACHSTUHL


Holzwurmbefall in Kirchen und Orgeln?

Hier kann Ihnen geholfen werden

MYKOTHEK

kirche                              orgel

Zugriffe: 916

 

Das negative (teure) Resultat rasanten Baufortschritts:

 

Das verdunstende Wasser aus der Baufeuchte kondensiert an der Innenseite der kalten Dachfolie. Das Dachstuhlkonstruktionsholz wird durchfeuchtet und nach wenigen Tagen keimen erste Schimmelpilzsporen auf dem Holz auf. Beschleunigt wird das Schimmelpilzwachstum durch geringen Luftzug bzw. durch ungenügende Lüftung. Die Schimmelpilze können in das Holz sogar einwachsen und nachhaltig farblich negativ verändern. Es entsteht die typische Verfärbung des Holzes oder „Sprenkelung“.

  

Fotos: Der Estrichleger ist da, der Schimmelpilz schreit „Hurra!“

 

Noch schneller verläuft dieser Vorgang bei Holzfaser- oder Holzweichfaserplatten (auch DWD-Platten genannt = Diffusionsoffene Wand- und Dachplatten). Sie haben größere Hohlräume, in denen sich der Schimmelpilz ausdehnen, verwurzeln und verankern kann. Hat sich Schimmelpilz erst einmal großflächig gebildet, werden in den Entwicklungs- und Vermehrungszyklen der Schimmelpilze Millionen von winzigen Sporen in die Raumluft geschleudert.

  

Fotos: Von Feuchte, Bakterien und Schimmelpilzen zersetzte Weichfaserplatten

 

Diese oft sehr leicht flugfähigen Sporen werden wie Feinstaub mit den Luftströmungen im gesamten Neubau verteilt und sedimentieren durch die Schwerkraft z.B. auf allen vertikalen und horizontalen Oberflächen. Luftkeim- und Partikelmessungen haben Schimmelpilzsporen-Konzentrationen im Inneren des Neubaus von oftmals mehr als dem 40.000-Fachen an Schimmelpilzsporen über dem Außenluftgehalt ergeben.

 

Aber auch beim Neubau mit schon eingebauter Wärmedämmung lauern Schimmelpilz-Gefahren. Besonders problematisch: Hohe Baufeuchte durch Putzaufbringen und Estricheinbau und die Wärmedämmung im Dach ist schon eingebaut, während aber die innenseitige Dampfsperre noch nicht fertiggestellt ist, also noch nicht luftdicht ausgebildet bzw. verklebt ist. Jetzt dringt die aus der Baufeuchte resultierende feuchte Luft in das eingebaute Wärmedämmmaterial ein (schlimmstenfalls „Absaufen der Dämmung“).

  

Fotos: Diese Wärmedämmung erfüllt keine Funktion mehr: Durch Kondensatbildung ist sie „regelrecht abgesoffen“ und verschimmelt. Der Schimmelpilz findet sich auch am angrenzenden Holz

 

Darin wird die Feuchte jetzt regelrecht „gefangen“. Die Feuchte kann aus dem nicht kapillar wirksamen Wärmedämmmaterial kaum mehr ablüften. Die Dämmung schimmelt massiv und kann ihrer Funktion „Wärme zu dämmen“ nicht mehr nachkommen. Letztendlich muß die Dämmung ausgetauscht werden. Sie läßt sich nicht mehr reinigen.

  

Foto: Ausbau der „verschimmelten“ und feuchten Wärmedämmung

 

Nicht genug: Der hohe Feuchtegehalt der Wärmedämmung überträgt sich aufs Konstruktionsholz und die Dachschalung/Holzfaserplatten: Bläuepilzbefall und Bauholzpilzbefall durch Holz zerstörende Pilze sind die Folge.

  

Fotos: Hier waren nicht nur Schimmelpilze und Mikroben am Werk: Das Holz wurde durch Bauholzpilze völlig zerstört. Die Holzfeuchte liegt weit über 20%

 

Selbst wenn die Wärmedämmung und luftdichte Innenbekleidung schon eingebaut sind, kann es dennoch zu lokalem Schimmelpilzbefall kommen. Die Baufeuchte kondensiert jetzt bei oftmals schon fertigem Innenausbau an den kältesten Stellen, den Wärmebrücken: In der Nähe der Fensterleibungen, an Balkenköpfen etc.

  

Fotos: Kondensatbildung an einem Balkenkopf (links) und Schimmelpilzbefall an einer Fensterleibung (rechts)

  

Fotos: Wärmere Innenluft strömte über Undichtigkeiten in die kaum einsehbaren, kälteren Konstruktionsbereiche und kondensierte dort. Ergebnis: Schimmelpilzbefall

  

Fotos: Frischer Schimmelpilzrasen auf neu angebrachter Tapete in einem Neubau (links) und auf Holz unter dem Mikroskop (rechts)

 

Ist die Dampfsperre stellenweise verletzt oder undicht oder sogar nicht fachgerecht eingebaut, lauern hier noch größere Gefahren: Wärmere Innenluft strömt über diese Undichtigkeiten in die kaum einsehbaren, kälteren Konstruktionsbereiche und kondensiert dort.

  

Fotos: Dübel und Schrauben haben die Dampfsperre verletzt (links) und zudem sind die Stöße nicht verklebt worden: Feuchte Innenluft konnte in die Konstruktion eindringen und es haben sich sogar Bauholzpilze angesiedelt (Braunfärbung des Holzes durch Celluloseabbau und Aufkonzentrieren des Ligninanteils mit typischem Würfelbruch), rechts

 

Diese Kondensatbildung nährt Schimmelpilzwachstum. Ungenügender vorbeugender Holzschutz durch fehlerhafte Einordnung der (gefährdeten) Hölzer in nur Gebrauchsklasse 0 oder 1 erlauben dann Entstehen von Pilzbefall durch holzzerstörende Bauholzpilze, wie Porenschwämme.

  

Foto: Links: Geschütztes Bauholz mit Holzschutzkontrollfarbe (unten) und ungeschütztes Holz ohne Kontrollfarbe (oben), rechts: Porenschwamm-Bildung an ungeschütztem Schalungsholz durch Kondensatbildung

 

WEITERE INFORMATIONEN