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SCHIMMELPILZE
AM DACHSTUHL


Holzwurmbefall in Kirchen und Orgeln?

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Cladosporium

Cladosporium: Die Schimmelpilzgattung Cladosporium umfasst ca. 50 Arten mit kosmopolitischer Verbreitung. Diese leben saprophytisch auf verschiedenen Substraten, phytopathogen als Erreger von Cladosporiosen. Die Konidien von Cladosporien können bei sensibilisierten Menschen Allergien erzeugen. Cladosporium-Arten können Mykotoxine bilden. In Innenräumen treten Cladosporium-Arten als häufige Wandschimmel auf. Cladosporium resinae z.B. verträgt Temperaturen von -40 °C bis +80 °C (sehr thermophiler Schimmelpilz!).

                   

Cladosporium resinae kann beträchtlichen Schaden anrichten, der durch die korrosive Wirkung gebildeter organischer Säuren (an Orgelpfeifen!) noch verstärkt wird. Amorphotheca resinae (Hormoconis resinae, früher Cladosporium resinae) ist ein Pilz, der in Treibstofftanks von Flugzeugen, Schiffen und anderen Fahrzeugen überleben kann. Er lebt großteils von n-Alkanen, aus denen er sowohl die lebensnotwendige Energie als auch seine Kohlenhydrate bezieht. Dazu benötigt er allerdings eine geringe Menge Wasser, um seine Sauerstoffversorgung zu sichern.

   

Für den Flugverkehr ist der „Kerosinpilz“ mittlerweile ein ernst zu nehmendes Problem, da er durch sein starkes Wachstum zu Verstopfungen und durch die von ihm produzierten Fettsäuren zu Korrosion der Treibstoffzufuhr führt. Auch die Schifffahrt ist betroffen, insbesondere die Sportschifffahrt, da die langen Ruhezeiten der Bootsmotoren auf vielen Sportbooten das Wachstum begünstigen können. Die meisten Cladosporium-Arten wachsen bei sehr hoher Wasseraktivität (>0,85). Daher kann man sie häufig als Wandschimmel in Badezimmern, in Silikonfugen, an Fensterrahmen etc. finden. Die wirklich gesundheitlich bedenklichen humanpathogenen Arten C. bantianum, C. carionii, C. devriesii und C. trichoides wurden zurückklassifiziert in die Gattung Cladophialophora. Cladosporien sind Schimmelpilze, die auf Holz „Bläue“ verursachen können und deshalb wie Aureobasidium spp. zu den Bläuepilzen gezählt werden.

 

Cladosporium-Arten sind sehr häufig und können im Sommer bis zu 90% aller luftgetragenen Schimmelpilze der Außenluft ausmachen. Sie sind die häufigsten Schimmelpilze der Außenluft. Cladosporien zählen zu den sog. Schwärzepilzen (Dematiaceae), da sich die Sporen und Teile der Hyphen durch Farbstoff-Einlagerungen (Melanin) braun bis schwarzbraun färben. Diese Schimmelpilze kommen auch sehr häufig im Innenraum bei Durchfeuchtungen vor. Die Schwärzepilze wurden bisher in der Familie Dematiaceae zusammengefasst. Sie gehören zu den Fungi imperfecti. Inzwischen konnte man allerdings den meisten Arten eine Hauptfruchtform (Teleomorph =geschlechtliche Form zur Vermehrung) zuordnen. Dadurch wurden die meisten Schwärzepilzgattungen der Familie Pleosporaceae zugeordnet, während die Teleomorphen der Cladosporium-Arten zur Gattung Mycosphaerella in der Familie Mycosphaerellaceae gehören. Cladosporien können opportunistische Infektionen bei immungeschwächten Personen verursachen.

Chromoblastomykosen (=Mykosen durch Schwärzepilze mit Knotenbildung in der Unterhaut) oder Phaeohyphomykosen (=Mykosen durch braun pigmentierte Schimmelpilzhyphen), sogar mit Läsionen der Haut, sind möglich. Aber auch Atemwegsinfektionen (z.B. Sinusitis) und Onychomykosen (=Nagelmykosen an Fingern und Zehen) sind bekannt.