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SCHIMMELPILZE
AM DACHSTUHL


Holzwurmbefall in Kirchen und Orgeln?

Hier kann Ihnen geholfen werden

MYKOTHEK

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Innendämmung


Überall da, wo die Fassade, also die Außenansicht, im Original (z.B. eine Schmuckfassade) erhalten bleiben soll und weniger Wärmeverlust in der Heizperiode erfolgen soll, gilt die Innendämmung als erste Wahl bei der energetischen Sanierung. Die Wärmedämmung wird dabei nicht außen, sondern raumseitig angebracht.

 

Permanent steigende Energiekosten und der zunehmende Verbrauch von fossilen Energiereserven (z.B. Erdgas, Erdöl, Kohle…) haben Verbraucher und Wissenschaftler dazu angetrieben, sich neuen Energiekonzepten zu widmen. Bei einer durchdachten „Energetischen Sanierung“ von Gebäuden geht es dabei in erster Linie um die effiziente Nutzung bestehender Energien und somit um die Einsparmöglichkeiten. Es gilt die neue Energieeinsparverordnung „EnEV 2009“. Um die Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen, müssen Gebäude gegenüber der alten Regelung (EnEV 2007) um durchschnittlich 30 Prozent sparsamer im Energiebedarf sein als bisher!

 

Bauherren, Planer und Verarbeiter müssen die verschärften Anforderungen bei allen relevanten Baumaßnahmen ab sofort realisieren. Das gilt auch für Gebäude, deren Fassaden nicht verändert werden sollen oder dürfen, so z.B. Gebäude unter Denkmal- oder Ensembleschutz, Klinker- und Natursteinfassaden, hochwertige Stuck- und Putz-Fassaden, Fachwerk, etc. Sie können nunmehr energetisch nachgerüstet werden. Die Wärmedämmung wird „einfach“ innen angebracht. Wenn also außen nicht gedämmt werden kann, bleibt nur die Innendämmung als Alternative. Hier gelten die Anforderungen als erfüllt, wenn der Wärmedurchgangskoeffizient des entstehenden Wandaufbaus 0,35 W/(m²K) – vormals 0,45 W/(m²K) – nicht überschreitet. Bei der Verarbeitung ist allerdings zu beachten, dass kein zusätzliches Schimmelpilzrisiko hinter der neuen Innendämmung entsteht.

 

Beim Anbringen einer Innendämmung (wenn also eine Aussendämmung nicht möglich ist) ist ein Feuchtemanagement erforderlich.

 

Hier bieten sich zwei grundlegende Vorgehensweisen an:

Vermeidung von Tauwasserbildung durch Anbringen einer dampfdiffusionsbremsenden Schicht (Variante 1)
 

oder

Verwendung eines diffusionsoffenen bzw. kapillaraktiven (Variante 2)
 

oder
 

tauwassertoleranten (Variante 3) Dämmmaterials, das die mögliche Kondensatbildung toleriert.

 

 

Variante 1: Kondensatverhinderung
Die Innendämmsysteme sind hier absolut diffusionsdicht. Der verwendete Dämmstoff ist meist selbst die dichte Ebene; somit findet kein Feuchteaustausch zwischen Innendämmung und Innenraum (z.B. hochfeuchtebelasteter Raum) statt. Das Tauwasserrisiko aus Richtung Innenraum ist vermieden. Kommt allerdings Wasser in die Wandkonstruktion kann es nicht nach Innen hin abtrocknen. Typische Dämmmaterialien sind hier Schaumglas oder Aluminium-kaschierte Platten oder wedi Bauplatten (besteht aus einen blauen Kern

extrudierten Polystyrol-Hartschaums, beidseitig mit einem Glasfasergewebe mit alkalibestandiger Appretur

armiert und mit einem kunststoffverguteten Mörtel beschichtet).

 

Variante 2: Kondensatbegrenzung
Hier findet durch Einsatz einer Dampfbremse (diffusionshemmende Schicht) nur ein eingeschränkter Feuchteaustausch zwischen der Innendämmung und dem Innenraum statt. Wichtig ist hierbei, dass konvektiver Eintritt feuchtwarmer Luft dauerhaft an Fehlstellen (Durchdringungen, Anschlüsse etc.) vermieden wird. Wasser in der Konstruktion kann hierbei im Sommer nur bdeingt nach innen abtrocknen. Typische Dämmmaterialien sind hier Klimamembrane mit Glas- oder Steinwolle, Expandiertes Polystyrol (EPS) mit Gipskartonplatte oder Zellulosewolle mit OSB-Platten (Grobspanplatten = oriented structural board).

 

Variante 3: Kondensattolerierung
Bei diesen diffusionsoffenen, kapillaraktiven Innendämmsystemen wird Tauwasser aus Kondensatbildung durch das hydrophile Dämmmaterial aufgenommen, gespeichert und verteilt. Das Tauwasser wird von der Tauzone aus kapillar in den Dämmstoff nach innen transportiert. Von dort kann es nach innen wieder abtrocknen. Der Feuchteaustausch zwischen Konstruktion und Innenraum darf nicht behindert sein. Damit verbietet sich das Aufbringen dampfdichter Anstriche (z.B. Dispersionsfarben) oder Tapeten im Innenraum. Das System verzeiht jedoch dann konvektive Fehlstellen z.B. an Wärmebrücken. Typische Dämmmaterialien sind hier Calciumsilikatplatten, Mineralschaumplatten, Dämmputze etc.

 

Um die verschärften Anforderungen der aktuellen EnEV zu erfüllen, werden von uns für die Innendämmung z.B. die Hybridplatten von Calsitherm oder die 8 cm dicken Innendämmplatten iQ-Therm 80 von Remmers verwendet. Hierbei werden optimierte, Kondensat-speicherfähige  Kleber eingesetzt. Außerdem ist die nicht-diffusionsoffene Dämmschicht in der Lage, das Kondensat weiterzuleiten, zu verteilen und nach innen abzugeben.

 

Die Xtra Klimaplatte von Calsitherm unterscheidet sich von der bewahrten Calsitherm-Klimaplatte durch einen zusätzlich eingelegten Hochleistungsdämmstoff , der entweder aus pyrogener Kieselsaure (PKS), Polyurethanschaum (PU) oder Vakuumisolationspaneelen (VIP) besteht. Anlass fur diese Entwicklung waren die deutlich verbesserten Wärmedämmwerte, die die Vorteile der diffusionsoffenen und feuchteregulierenden Calsitherm-Klimaplatte  noch besser mit den Wärmeschutzanforderungen der EnEV in Einklang bringen. Den besten U-Wert bei gleicher Plattendicke verspricht die Xtra Klimaplatte VIP, gefolgt vom PU, nur knapp dahinter liegt die Sandwichplatte mit PKS. Die Xtra Klimaplatte VIP gibt es in 60, 70 oder 90 mm, die Xtra Klimaplatte PU in 65, 80 oder 100 mm und die PKS-Version in 70, 80 oder ebenfalls 100 mm Dicke. Hervorzuheben ist die problemlose Verarbeitung der Xtra Klimaplatte. Dafür sorgen bei der Xtra Platte mehrere Stege zwischen den eingebauten Dämmstoff en. Befestigt wird die neue Platte mit dem bekannten KP-Kleber direkt auf dem Innenputz.

 

Stehen Umbau-, Instandhaltungs- oder Modernisierungsmaßnah­men an, liegen die Mehrkosten für die Innenwand-Dämmung mit z.B. dem iQ-Therm-System  innerhalb der Gesamtmaßnahme nur bei ca. 50% im Vergleich zu einer herkömmlichen Renovierungsmaßnahme. iQ-Therm reduziert Ihre Heizkosten im ersten Jahr bereits um ca. EUR 310,-*. Betrachtet man die jährliche Rendite, die aus der zu erwartenden Energiepreissteigerung von angenommen nur 5 % resultiert, wird deutlich, wie sehr sich die Investition in eine energetische Sanierung lohnt.

 

*) Berechnet mit dem U-Werten (früher K-Wert) 0,35 W/(m²K) und einem Erdgaspreis von 0,70 EUR/m³ sowie einem Heizanlagennutzungsgrad von 0,8.

 

Das iQ-Therm Verlegeprinzip wird hachfolgend kurz skizziert:

  1. Vorarbeiten - Als Untergrund sind alle mineralischen Baustoffe, ausgenommen Gips, zugelassen. Der Untergrund muss trocken und staubfrei sowie frei von haftungsmindernden Bestandteilen sein.
  2. iQ-Fix - Nach der Vorbehandlung erfolgt der vollflächige Auftrag von iQ-Fix (Hochwertiger Klebemörtel zum Verkleben von iQ-Thermplatten)  mit geeigneter Zahnkelle im Kreuzgang sowohl auf der Platte als auch auf der Wand.
  3. iQ-Therm - Unmittelbar nach dem Auftragen von iQ-Fix werden die iQ-Therm Innendämmplatten fugenlos angeschlagen. Kreuzfugen sind zu vermeiden.
  4. iQ-Top - Auf die iQ-Therm-Platten wird iQ-Top - ein porosierter mineralischer Leichtmörtel - 10 bis 15 mm mit Gewebeeinlage iQ-Tex aufgebracht.
  5. iQ-Fill (optional) - Zum Erstellen feiner, geschlossener, anstrichfähiger Oberflächen, kann iQ-Top mit iQ-Fill - einem mineralischen, kapillaraktiven, filzbaren Flä­chenspachtel/Feinputz- abgeglättet werden.
  6. iQ-Paint - Die Abschlussbeschichtung erfolgt mit der kapillaroffenen Wandfarbe iQ-Paint.

 

Eine besondere Situation: Fachwerk-Außenwände:


Bei der Innendämmung von Fachwerk gilt es zu berücksichtigen:
Eine Innendämmung ist im Vergleich zur Außendämmung immer die bauphysikalisch schlechtere Lösung. Tauwasser auf der Innenseite der Fachwerkwand lässt sich schwer vermeiden, weil die Taupunkttemperatur im Fachwerk  wegen der Innendämmung sehr niedrig liegt. Die kalten Isothermen werden also nach innen in die Wand gezogen. Damit muss die Innendämmung das anfallende Tauwasser schadlos aufnehmen können und die Fachwerkwand so trocken wie möglich halten. Alle Wand- und Deckenanschlüsse stellen Wärmebrücken dar, weil sie die Innendämmung innendaemmung3durchbrechen. Bei unfachmännischer Ausbildung der Innendämmung kann es zu Schimmelpilzbildung kommen. Obwohl die aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) Fachwerkwände gesondert berücksichtigt, sollte nicht um jeden Preis versucht werden, diese Grenzwerte einzuhalten. Die Erhaltung der Bausubstanz muss Vorrang vor einem minimalen Wärmeverlust haben. In der Regel können Sie sich aus diesem Grund von der EnEV befreien lassen (bei Baudenkmälern meist kein Problem) und damit eine geringere Dämmstärke (und damit höheren Wärmeverlust) wählen.

 

Die Fachwerkkonstruktion ist oftmals ungeschützt der Witterung ausgesetzt. Weil der Großteil der Temperaturdifferenz zwischen Innen und Außen in der Dämmung abfällt, ist das Fachwerk nur wenig wärmer als die Außenluft. Das kalte Fachwerk trocknet deshalb langsamer als ohne Dämmung und die Holzfeuchte nimmt zu. Bauholz- und Schimmelpilze können sich vermehrt ansiedeln. Idealerweise sollte in einem Bauteil (=Wand) niemals Tauwasser entstehen. Um das zu erreichen, muss die Warmseite der Dämmung (innen) wesentlich diffusionsdichter sein, als die Kaltseite (außen), denn Wasserdampf diffundiert in der Heizperiode von innen (=Wohnbereich) nach außen (=Umgebung), deshalb muss die Abdichtebene immer auf der Innenseite des Wandaufbaus liegen. Bei einer Außendämmung ist das gegeben und unproblematisch. Bei einer Innendämmung stellt das zu dämmende Bauteil (=Wand) aber bereits einen mehr oder weniger großen Dampfwiderstand dar. Auf der Innenseite müsste deshalb eine Schicht mit einem noch deutlich größeren Dampfwiderstand, also eine Dampfsperre, aufgebracht werden.

 

Falls doch einmal Feuchtigkeit eindringen sollte, behindert die Dampfsperre aber das Austrocknen des Bauteils; die Folgen können Schimmelpilze, Bauholzpilze und letztendlich Materialzerstörung sein. Dass trotz Dampfsperre Wasserdampf, also Feuchtigkeit, eindringt, ist nicht unwahrscheinlich, denn schlampige Verarbeitung oder später durch z.B. Materialschwund auftretende Risse oder die Flankendiffusion, führen dazu, dass Feuchtigkeit in die Dämmung eindringt.

 

Wenn sich Wasserdampfkondensation und damit Tauwasser aber nicht vermeiden lässt, sollte das Kondensat wenigsten gefahrlos von der Dämmung aufgenommen werden und dann möglichst schnell wieder abgegeben werden, also abtrocknen. Genau dies versucht man durch Einsatz spezieller Materialien zu erreichen. Auf eine Dampfbremse (oder -sperre) verzichtet man dabei, da sie die Trocknung stark behindern würde.

 

Theoretisch könnte eine raumseitig angeordnete Dampfbremse das Tauwasserproblem lösen. Davon wird bei Fachwerkhäusern aber meist abgeraten, denn eine Dampfbremse wird gerade hier kaum dauerhaft dicht bleiben. Problemzonen sind nicht nur sämtliche Anschlüsse und Durchführungen (Leitungen, Steckdosen, Türen, …), sondern auch die Flankendiffusion und die thermisch induzierten Bewegungen der Holzkonstruktion, die die Dampfbremse mitmachen muss. Wird die Dampfbremse an einer Stelle undicht, können hier unter Umständen große Mengen Feuchtigkeit in die Dämmung gelangen. Das Austrocknen wird dagegen von der Dampfbremse weiterhin erschwert.

 

Von Flankendiffusion spricht man, wenn Wasserdampf durch ein angrenzendes Bauteil wie z.B. eine Innenwand hinter die Dampfsperre gelangt und dort zu Schäden (z.B. Schimmelpilzbildung) führt. Folgende Abbildung veranschaulicht diesen bauphysikalischen  Effekt:

 

innendaemmung1

 

Flankendiffusion ist vor allem auch bei der Dämmung eines Daches wichtig, wenn sich auf der Außenseite eine dampfundurchlässige z.B. Bitumenbahn befindet. In diesem Fall ist die Feuchtigkeit zwischen zwei Dampfsperren eingeschlossen und kann sich über die Jahre dort ansammeln und Schäden verursachen.

An insbesondere „Schimmelwänden“  können nach der Schimmelpilzbeseitigung auch Calciumsilikat-Platten (auch "Klimaplatten" oder "Wohnklimaplatten") aufgebracht werden. Die Calciumsilikat-Platte ist eine Bauplatte, aus einem überwiegend anorganisch-mineralischem Baustoff, der aus Siliziumdioxid, Calciumoxid, Wasserglas und Zellulose besteht und mit Hilfe von Wasserdampf, gehärtet wurde. Die Platte ist formstabil, druckfest, nicht brennbar, diffusionsoffen, alkalisch (wichtig gegen Schimmelpilze!) und baubiologisch unbedenklich. Ihre Eigenschaft, Feuchtigkeit aufzunehmen, zu puffern und abzugeben und ihre wärmedämmende Wirkung machen sie für Schimmelpilz-gefährdete Wände interessant.

 

Die weiteren Vorteile sind:

  • die relativ einfache Verarbeitung (Achtung: Die Anbringung auf den Untergrundwänden mit punktuell aufgetragenem Kleber oder Kleberbatzen birgt die Gefahr der Hinterlüftung und damit Kondensationsgefahr von eindringendem Wasserdampf, vor allem dann, wenn die Wandanschlüsse nicht sorgfältig abgedichtet werden. Dies ist unbedingt zu vermeiden. Wenn möglich ist eine vollflächige Verklebung, z.B. mit der Zahnspachtel durchzuführen)
  • die Klimaplatte ist "fehlertolerant": teilweise Perforation oder Beschädigung der Platte führt zwar zu Wasserdampfeintrag, der jedoch auf Grund der hohen Kapillarität (=Saugvermögen) gepuffert und wieder abgegeben wird.
  • sie weist einen hohen pH-Wert auf, der eine Schimmelpilz-widrige Wirkung ausübt
  • sie wird oft von Baubiologen empfohlen und lässt sich unproblematisch entsorgen
  • Energieeinsparung durch Wärmedämmeffekt
  • es ist keine zusätzliche Dampfsperre oder -bremse notwendig

 

Nachteil:

 

  • relativ teuer, wenngleich einfach zu verarbeiten