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Aspergillus versicolor

Aspergillus versicolor: Aspergillus versicolor gehört zur Gattung der Aspergillen. Aspergillus versicolor ist ein ubiquitärer Bodenpilz, der auch in kühlen Klimaten vorkommt. In Innenräumen ist er häufig im Zusammenhang mit erhöhter Feuchte anzutreffen, insbesondere nach Wasserschäden. Er gilt als klinisch relevanter Pilz mit hohem infektiösen, toxischen und allergenen Potenzial. Von den mehr als 200 Aspergillen gibt es nur wenige klinisch relevante Arten, A. versicolor gehört hierzu. Aspergillen können sich bei vorgeschädigter Haut oder Schleimhaut ansiedeln, vermehren und rasenartig weiter über die Wundfläche hinaus ausbreiten (z. B. als Otitis externa). Sporen (Konidien) von A. versicolor in der Luft stellen potenzielle Allergene dar. Mit wachsender Sporenkonzentration in der Raumluft steigt das Allergierisiko. Bei Inhalation gelangen die kleinen Konidien (2-4 μm im Durchmesser) ungehindert tief in die Lunge, bis in die Alveolen. Dort werden sie beim gesunden Menschen in der Regel eliminiert.

         

Die Konidien können jedoch eine allergische Reaktion indizieren. Bei entsprechend disponierten, abwehrgeschwächten Personen kann es zu einer manifesten Infektion der Lunge kommen. Von dort kann eine Disseminierung in andere Organe erfolgen. Zu bedenken ist auch, dass potente Mykotoxinbildner die Immunabwehr durch Toxine, entsprechende Mengen vorausgesetzt, lokal hemmen können. So ist es denkbar, dass bei extrem hoher, länger anhaltender Raumluftbelastung auch gesunde Menschen mit intaktem Immunsystem an einer Infektion erkranken können. Die Konidien von A. versicolor können die Magen-Darm-Passage unbeschadet überleben, was das Vorkommen in den Fäzes von Alles- und Pflanzenfressern belegt. Er wächst in einem Temperaturbereich von 3-40 °C und pH-Werten von 3-8, wobei dessen Wachstumsoptimum im Bereich zwischen 25-30 °C liegt.

 

          

Das Optimum der Mykotoxinbildung liegt bei 30-32 °C und einem pH-Wert von 8. Der aw-Grenzwert liegt bei 0,84. Pathogenität: An Mykotoxinen sind bekannt: Sterigmatocystin, 5-Methoxysterigmatocystin, ß-Nitropropansäure, Nidulotoxin und Cyclopiazonsäure, Averufin Mycoversilin, Ochratoxin A, Versicolorin und Versilin. Sterigmatocystin hat hepatotoxische (lebertoxisch), kanzerogene (krebserzeugende) und nephrotoxische (nierenschädigende) Eigenschaften und wurde von der IARC (International Agency for Research on Cancer) als Klasse 2A Karzinogen eingestuft. Aspergillus versicolor gilt als Erreger von Humanmykosen und von Osteomyelitis (= Knochenmarkentzündung).

            

Aspergillus versicolor findet man sehr häufig im Hausstaub in Innenräumen und insbesondere sehr oft nach Wasserschäden. Aspergillus versicolor bildet wie erwähnt u.a. das Mycotoxin Sterigmatocystin, das zum einen kanzerogenes Potential hat und zum anderen die Niere oder Leber schädigen kann. Ebenso kann Aspergillus versicolor auch Aspergillosen hervorrufen. Er gilt als klinisch relevanter Pilz mit einem hohen allergenen, toxischen und infektiösen Potential.