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SCHIMMELPILZE
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Aspergillus fumigatus

Aspergillus fumigatus: Aspergillus fumigatus ist ein Schimmelpilz aus der Gattung der Aspergillen („Gießkannenschimmel“). Der Name stammt von lat. fumus, der Rauch und bezieht sich auf die rauchgrüne Farbe dieses Schimmelpilzes, die von einem Pigment (=Farbstoff) in den Sporen verursacht wird. Aspergillus fumigatus gehört zu den „Fungi imperfecti“, das heißt, dass nur die Anamorphe bekannt ist, die sich asexuell fortpflanzt. Die Konidien enthalten einen einzelnen haploiden Zellkern. Die Teleomorphe ist bisher unbekannt.

       

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse weisen aber auf sexuelle Vermehrung hin: Durch Sequenzierung und Analyse des Aspergillus fumigatus-Genoms wurden Gene identifiziert, die speziell für sexuelle Vermehrung notwendig sind. Aspergillus fumigatus ist ein saprophytischer Pilz, der mit seinem versatilen Metabolismus eine Vielzahl von Substraten zersetzt und verwertet. Er findet sich vor allem auf verwesenden Pflanzenteilen (Kompost).

Dieser Schimmelpilz ist sehr gefährlich, da er thermotolerant ist und so bei Temperaturen bis 48 °C leben kann, also auch im menschlichen Organismus. Aspergillus fumigatus gehört deshalb zu den humanpathogenen Pilzen und kann drei verschiedene Gruppen von Krankheiten auslösen:

1. Schimmelpilzallergien: Hier wird vor allem „Aspergilles Asthma“ als leichte Form oder auch eine bronchopulmonale Aspergillose, die sogenannte Farmerlunge (farmers lung) ausgelöst.

         

2. Infektionen bei Menschen ohne Immunsuppression: Vor allem Menschen mit Lungenkavernen (krankhafter Hohlraum) aus vorhergegangenen Erkrankungen, aber auch gesunde Patienten können an einem Aspergillom (=Konglomerat aus Mukus, Pilzhyphen und zellulären Bestandteilen, welche in einer präformierten Höhle, z. B. in einer alten tuberkulösen Kaverne zu finden sind) erkranken, also einem Pilzbefall, der sich in der Lunge einnistet.

3.Infektionen bei immunsupprimierten Patienten: Bei immunsupprimierten Patienten, vor allem nach Knochenmarkstransplantation und bei AIDS-Patienten kann es zur invasiven Aspergillose kommen. Die invasive Aspergillose ist eine gefährliche Infektion mit einer hohen Letalität im Bereich zwischen 50 und 95 %.

Hierbei werden die eingeatmeten Sporen aufgrund der bestehenden Immunschwäche nicht abgetötet und keimen aus. In der Lunge bilden sich folglich Hyphen und anschließend Myzel aus, die schließlich über die Blutbahn im gesamten Körper streuen. Besonders gefährlich wird die Erkrankung, wenn der Pilz dabei das zentrale Nervensystem erreicht. Man spricht dann von zerebraler Aspergillose, die nahezu immer tödlich verläuft.

 

Abb.: Fumagillin, Fumitremorgine, Gliotoxin und Sphingofungin

Aspergillus fumigatus produziert zudem verschiedene Mykotoxine (=Schimmelpilzgifte), vor allem Fumagillin (sehr neurotoxisch), Fumitremorgine, Gliotoxin (=Aspergillin, stark cytotoxisch = Zellgift) und Sphingofungine.